Donnerstag, 15. März 2018

Die Karte des Frontiersmen-Universums

Ein Gastartikel von Lukas Weidenbach, meinem Redakteur bei beBEYOND.


Die sechsteilige eBook-Serie „Frontiersmen: Civil War“ erzählt in bester SF-Weltraumoper-Manier die Geschichte eines galaktischen Bürgerkriegs: Die unterdrückte Randwelten-Allianz lehnt sich gegen die Kernwelten-Union auf. Klar, dass es da ziemlich episch zugeht – und die Verfolgungsjagden und Weltraumschlachten in verschiedenen Sonnensystemen und durch Transitstrecken manchmal verwirrend sein können. Deswegen haben wir den Kartenspezialisten Markus Weber von Guter Punkt beauftragt, uns eine schöne Karte des „Frontiersmen“-Universums zu basteln.

Zum Glück hatte der Autor Bernd Perplies (der hier unter dem Namen Wes Andrews schreibt), bereits eine Skizze angefertigt, um beim Schreiben selbst nicht den Überblick zu verlieren.


Aber was steckt eigentlich so an Ideen hinter der Karte? Wir haben den Autor gefragt …

Was ist die Grundidee zu „deiner“ Frontiersmen-Galaxis?

„Frontiersmen“ ist ein ein Space-Western-Universum. Mein Grundgedanke hinter allem war, Motive und Themen des Western zu nehmen und ins All zu transportieren. Entsprechend spiegelt die Serienumgebung eine Art Kolonisierung, wie sie damals in Nordamerika stattfand, wider. Im Zentrum liegt ein sechs Sektoren umfassender Bund, dessen Herz Sektor Prime ist. Diese sogenannten „Kernwelten“ standen am Beginn der Besiedelung des Alls durch die Menschheit. Vor etwa dreihundert Jahren – nachdem den Menschen der Sprung ins All gelungen war – erreichten Kolonisierungsschiffe von der Erde bei einem (nicht ganz geplanten) Super-Transit das Coventry-System. Von dort aus haben sich die Menschen dann im Raum der Peko, der „Indianer“ von „Frontiersmen“, ausgebreitet – erst in die Nachbarsektoren, dann bis an den Rand. Man kann sich das Ganze wie gesagt analog zur Kolonisierung von Nordamerika vorstellen, bloß trennt hier kein Ozean die neue Welt von der alten, sondern ein Sternenmeer, und statt Städten und Bundesstaaten haben sich planetare Kolonien und Sektoren gebildet. Die Randplaneten entsprechen dabei der „Grenze“ des erforschten Territoriums, dem Wilden Westen.

Wie bist du auf die Namen zu deinen Sternensystemen gekommen?

Die Namen sollen natürlich die Atmosphäre des „Space Western“ unterstützen. Daher habe ich sehr viele Sektoren, Planeten und Städte nach Gegenden auf dem nordamerikanischen Kontinent (von Kanada, über die USA, bis Mexiko) benannt, wobei absichtlich mal Städte zu Systemen und mal Bundesstaaten zu Planeten wurden. Es geht allein um den Klang der Worte, nicht um eine zwingende 1:1-Übertragung Nordamerikas in den Weltraum. In den Kernwelten findet man eher „edlere“ (britisch oder französisch angehauchte) Namen wie Sheffield, Rochester oder Beaumont. Am Rand wird es staubiger, rauer mit Planetensystemen, deren Sonnen Alamo, Deadwood oder Peranza heißen.


Was hat es mit den kryptischen Bezeichnungen (in orange) auf der erweiterten Karte auf sich?

Dabei handelt es sich um Planetensysteme, die man zwar über eine stabile Transitroute erreichen kann, die aber gegenwärtig von der Menschheit nicht offiziell genutzt werden, weil sie absolut uninteressant sind. Es gibt dort keine Planeten oder Monde, die sich mit vertretbarem Aufwand besiedeln ließen, keine reichen Rohstoffvorkommen, keine lohnenswerten Transitstrecken zu Drittsystemen. Daher haben diese Systeme keine eigenen Namen, sondern lediglich einen Erfassungscode.

Warum gibt es zwei Versionen der Karte?

Für mich als Autor ist die erweiterte Karte mit den ungenutzten Systemen die relevante, denn es wurde schon im Roman „Frontiersmen – Höllenflug nach Heaven's Gate“ von bewohnten und unbewohnten Systemen gesprochen. Für die Leute dort sind auch die unbewohnten Systeme durchaus in der Nachbarschaft existent. Außerdem möchte ich wissen, in welchen Ecken sich gegebenenfalls Schmuggler und Raumpiraten verstecken könnten. Dafür braucht man einfach den kompletten Überblick. Der Verlag war allerdings – mit recht – der Meinung, dass diese ganzen, in der Mini-Serie praktisch gar nicht erwähnten Systeme die Übersichtskarte extrem voll machen würden, zumal die Karte im eBook auf einem Reader eher klein abgebildet wird. Deshalb haben wir uns entschieden, eine auf die bewohnten Systeme abgespeckte Version zu erstellen, die für den Lesegenuss vollkommen ausreicht. Wer wirklich alles wissen will, kann ja im Netz auf die erweiterte Karte zugreifen, die ich zeitnah auf meiner Website zur Ansicht anbieten werde.

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